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Freitag, 25. Mai 2018

Schüler malen die Nacht (Klasse 8)



Wie sehen Farben bei Nacht aus? Wie verändern sie sich, wenn sie von einem Lichtschein getroffen werden? All das haben wir anhand von Bildern der Kunstgeschichte (z.B van Gogh "Nachtcafé") und in kleinen Taschenlampen-Experimenten im abgedunkelten Kunstraum untersucht. Farbübergänge und Maltechniken haben wir an malbuchähnlichen Umrisszeichnungen erprobt, die ich vorbereitet hatte.



Es ist nämlich gar nicht so einfach, mit dem Rundpinsel und Wasserfarbe (Gouache) durch vorsichtiges Tupfen oder Verstreichen auf Aquarellpapier sanfte Farbnuancen und -verläufe innerhalb der Lichtzonen zu erzeugen und dann in den Schattenbereichen sauber in den abgetönten Farbton zu wechseln. Auch das Anmischen sehr dunkler, fast schwarzer Blautöne will gelernt sein, denn ein reinschwarzer Himmel würde die gesamte Farbkomposition "tot" erscheinen lassen.



Ihre Motive fanden die Schülerinnen und Schüler dann direkt vor der Haustür, denn unsere Schule steht in einem wunderschönen mittelalterlichen Städtchen. Anhand von Fotografien von Sehenswürdigkeiten bei Tag mussten sie auf eine Nachtszenerie schließen, was ganz schön kniffelig war. Aber ich finde, sie haben das ganz toll umgesetzt.








Sonntag, 5. Juni 2016

Im Unterricht mit dem Smartphone Bilder wie Slinkachu schießen


Komposition, Betrachterperspektive, Goldener Schnitt, Fototechnik und Geschichten erzählen, all das kann man mit diesem Projekt Klassen von Stufe 8 bis 11 (E-Phase) vermitteln. Und großen Spaß macht es jedes Mal. In sechs Klassen habe ich bereits mein Slinkachu-Projekt durchgeführt und bin jedes Mal aufs Neue von den Ergebnissen beeindruckt.


50 Jahre Abitur









Zum Einstieg in die Unterrichtseinheit schaue ich mir mit den Schülerinnen und Schülern stets erst einmal die Bilder des Street Art-Künstlers Slinkachu an, die im Zusammenhang mit seinen Installationen entstehen. Er selbst hat einige ins Netz gestellt, ich lege aber auch seine Kataloge aus, damit wir während der Arbeit immer mal wieder hineinschauen können.

Dann steht ein Minimum Kamerawissen auf dem Plan: Wie kann ich mit einer großen Blendenöffnung mein Motiv in Szene setzen, wie justiere ich die Verschlusszeit und was ist der ISO-Wert? Bei meinem ersten Projekt haben fast alle noch Digitalkameras benutzt. Mittlerweile sind die Smartphones der Kids so leistungsfähig, dass sie alle Bilder, die ich hier zeige, mit ihrem Handy geschossen haben. Das hat auch den Vorteil, dass sie sich mal mit dem Handbuch zu ihren kleinen Kommunikations-Alleskönnern beschäftigen müssen und erstaunt sind über die Möglichkeiten.


Morgens, halb 8 in N.
Ausgestattet mit diesem Wissen gebe ich das erste Mal die H0-Figuren heraus. Am ästhetisch ansprechendsten haben sich tatsächlich die von Preiser herausgestellt, weil sie einfach am sorgfältigsten gearbeitet und bemalt sind. Aber man kann auch mit anderen Firmenprodukten (z.B. Faller oder NOCH) durchaus gute Ergebnisse erzielen. Die Schüler fotografieren nun ihre ersten Motive. Vorgabe von mir: Entsprechend dem Thema "Sie sind unter uns. Das geheime Leben am Gymnasium N." muss die Schule im Bild sichtbar werden oder eine schulische Situation Bildthema sein.

Ackern für die Schule
Diese ersten Bilder bespreche ich am Smartboard und stelle bei jedem die Fragen: Was ist gut gelungen, was ist noch nicht perfekt? Am Ende formulieren wir die Kriterien: Gerader Horizont, der Fokus und die Detailschärfe muss auf den Figuren liegen, die Kamera muss auf Augenhöhe der Männchen platziert werden, die Bildidee muss sich logisch erschließen oder eine kleine Geschichte erzählen. Außerdem mache ich die Schüler mit Kompositionsstrategien wie dem Goldenen Schnitt vertraut. Nun verbringen wir wieder zwei Doppelstunden damit, neue Fotos zu machen und diese wieder zu besprechen. Die Schüler arbeiten dabei in Arbeitsgruppen, die jeweils mit einem Kästchen H0-Eisenbahnfiguren über das Schulgelände ziehen. Jeder macht aber sein eigenes Foto mit einer ganz eigenen Szenerie. Nach 20 Minuten werden die Figuren zwischen den Gruppen ausgetauscht. 

Nun kristallisieren sich langsam Lieblingsmotive heraus, gute Themen werden noch besser nachfotografiert oder neu arrangiert. In der darauffolgenden Stunde muss jeder sein Abgabe-Foto mit seinem Lieblingsmännchen machen - es sei denn, er hat vorher schon ein Bild geschossen, mit dem er zufrieden ist. Bewertet wird nach den oben genannten Kriterien.

Die gezeigten Fotos sind, bis auf das Titelbild, alle Schülerfotos und mit dem Smartphone geschossen.

Sonntag, 29. Mai 2016

Meine Siebtklässler malen das Schloss Nidda



 

Komposition, Aquarell und Tuschezeichnung waren die Hürden, die alle meistern mussten, als ich mit meinen Schülerinnen und Schülern (7. Klasse, Gymnasium, 12-13 Jahre) das hiesige kleine Schloss gemalt habe.
 

In der ersten Phase haben wir vor Ort skizziert und die Ergebnisse besprochen, um mit dem Gebäude vertraut zu werden. Mögliche Bildkompositionen wurden per Handy-Fotos untersucht, gute und nicht so glückliche Lösungen im Kunstraum (Beamer/Smartboard) besprochen. Mit diesen Erfahrungen sind wir wieder zum Schloss und nun hat jeder seinen persönlichen Blickwinkel abgelichtet, den er später malen wollte. Über ein Raster oder wahlweise mit Grafitpapier wurde das Motiv auf Aquarellpapier (A3) übertragen und dann mit Aquarellfarbe koloriert, anschließend die Konturen mit Tusche nachgezogen. 


Mit den Ergebnissen bin ich mehr als zufrieden. Das Erstaunlichste für mich war, dass besonders die Jungs Spaß an der Arbeit hatten und mit die besten Ergebnisse erzielten. Man kann natürlich auch das Schulgebäude malen, wenn nicht gerade ein Schloss um die Ecke zur Verfügung steht. Ein ausführliches PDF mit der gesamten Unterrichtseinheit stelle ich demnächst zum Download online.