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Montag, 24. Oktober 2016

Fotosafari: Mit Schülern in den Zoo

Die Erdmännchen waren mit Abstand die besten Fotomodelle

Ein Fotokurs macht den Zoobesuch für Schüler zu einer spannenden und kreativen Safari. Der Mix aus Fototipps, Erkundungen in Kleingruppen, Austausch von ersten Foto-Erfahrungen und finalem Meister-Shooting hat sich bewährt und lässt sich mit allen Schulstufen umsetzen. 
 
Auch Affen hängen ständig am Smartphone

Ein Fotowettbewerb am Ende der Expedition kann ein schöner Abschluss sein. Für die besten Nachwuchsfotografen gibt es das eigene Bild als Postkarte, ein Smartphone-Stativ oder einen Gutschein für eine professionelle Foto-App.
Hier meine Fototipps für die Schüler und ein Vorschlag für die Durchführung der Fotosafari:



9 Tipps für gute Tierfotos:
1. Das Licht am Morgen und gegen Abend ist am besten zum Fotografieren. Am Mittag steht die Sonne zu hoch und es ist zu grell. Nicht gegen das Licht fotografieren, sonst wird das Motiv zu dunkel.
2. Fotografiere am besten auf Augenhöhe oder von einer Position etwas unterhalb des Tieres. Man hat dann das Gefühl, direkt Kontakt zu dem Tier aufzunehmen. Von oben zu fotografieren, wirkt wie ein unbeteiligter Schnappschuss.
Raue Schale, sanfte Augen
3. Die Augen des Tieres sind am Wichtigsten, damit das Bild Ausdruckskraft erhält. Augen verraten viel über den Charakter von Lebewesen.
4. Ein ruhiger Bildhintergrund ist wichtig, damit du das Augenmerk auf das Tier lenkst. Eine Wiese, ein Fels oder eine Wand eignen sich gut.
5. Am besten sieht es aus, wenn man das Tier nahe heranzoomt. Aber, wenn man mit dem Smartphone zu viel zoomen muss, weil das Tier weit entfernt ist, leidet die Bildqualität unter der starken Vergrößerung.

6. Wähle einen spannenden Bildausschnitt. Wichtig ist, dass das Wesentliche zu sehen ist. Das Tier muss nicht komplett auf dem Foto zu sehen sein. Auch wirkt dein Bild professioneller, wenn das Hauptmotiv nicht direkt in der Mitte liegt.
Der rote Panda hat uns einfach verschlafen
7. Wenn sich das Tier schnell bewegt, hilft der Sport-Modus der Digitalkamera, damit das Foto scharf wird. Man kann auch versuchen, die Kamera mit der Bewegung mitzuziehen. Da kommen ganz spannende Ergebnisse raus.
8. Manchmal braucht man etwas Geduld und man muss warten, bis man das Tier in einer guten Position erwischt. So entstehen die außergewöhnlichsten Fotos.
Geschwisterliebe bei den Warzenschweinen

9. Wichtig: Bitte gehe nicht zu nah an die Tiere heran und erschrecke sie nicht! Das gehört zum Ehrenkodex der Tierfotografen.

Ente gut, alles gut!
 
 Und so war der Ablauf unserer Safari:

1. Direkt nach der Ankunft im Zoo haben wir uns an einem Picknick-Platz zusammengesetzt. Ich habe Tierfotos herumgereicht: Es waren Profi-Fotos von Tieren, die man in diesem Zoo besuchen konnte. Wir diskutierten die Merkmale der Bilder und entwickelten Kriterien, die man beim Fotografieren von Tieren beachten sollte.
Ich teilte anschließend die obige Liste mit den Fototipps aus und wir notierten uns noch zusätzliche Ideen, die wir uns bei den Profis abgeschaut hatten.

2. Danach starteten wir in die erste Foto-Session. Mit einem Lageplan in der Hand und ihren Smartphones und Digitalkameras zogen die Schüler in  Kleingruppen los. Eine Stunde lang konnten sie nun alle Tiere fotografieren, die sie vor die Linse bekamen.

3. Zurück am Treffpunkt zeigten wir uns unsere besten Fotografien und diskutierten die Schwierigkeiten, mit denen wir an den einzelnen Gehegen zu kämpfen hatten. Beim Wild stand man als Besucher zu hoch über den Tieren, um Augenkontakt zu bekommen, der Gepard lag nur im Schatten und bei den Affen waren die Scheiben sehr schmutzig, so dass man nicht durch sie hindurchfotografieren konnte. Trotzdem fanden einige Schüler immer wieder gute Wege, doch noch ein gelungenes Foto aufzunehmen und gaben ihre Tipps weiter. Und jeder entdeckte auf den Displays der anderen Tiere, die er bei seinem Spaziergang nicht gesehen hatte und notierte sich auf dem Plan die Orte, die er gleich besuchen wollte.

4. Somit starteten wir in die zweite Runde. Wieder hatten alle eine Stunde Zeit, um in Kleingruppen Bilder zu machen. Diesmal gingen wir zielgenauer zu bestimmten Gehegen und probierten Tricks und Kniffe, die uns die anderen gegeben hatten. Auch ich profitierte von unserer Lagebesprechung. Den roten Panda bespielsweise hatte ich zuvor gar nicht gefunden und dass die Erdmännchen ganz bereitwillig posieren, hatte ich auch von zwei Schülerinnen aufgeschnappt.

5. Das finale "Arbeitstreffen" zeigte, dass die Fotos der zweiten Runde deutlich an Qualität gewonnen hatten. Zu Hause wählten wir drei Siegerfotos. Von denen druckte ich als Preisgeld über einen Online-Anbieter Postkarten.

Sonntag, 5. Juni 2016

Im Unterricht mit dem Smartphone Bilder wie Slinkachu schießen


Komposition, Betrachterperspektive, Goldener Schnitt, Fototechnik und Geschichten erzählen, all das kann man mit diesem Projekt Klassen von Stufe 8 bis 11 (E-Phase) vermitteln. Und großen Spaß macht es jedes Mal. In sechs Klassen habe ich bereits mein Slinkachu-Projekt durchgeführt und bin jedes Mal aufs Neue von den Ergebnissen beeindruckt.


50 Jahre Abitur









Zum Einstieg in die Unterrichtseinheit schaue ich mir mit den Schülerinnen und Schülern stets erst einmal die Bilder des Street Art-Künstlers Slinkachu an, die im Zusammenhang mit seinen Installationen entstehen. Er selbst hat einige ins Netz gestellt, ich lege aber auch seine Kataloge aus, damit wir während der Arbeit immer mal wieder hineinschauen können.

Dann steht ein Minimum Kamerawissen auf dem Plan: Wie kann ich mit einer großen Blendenöffnung mein Motiv in Szene setzen, wie justiere ich die Verschlusszeit und was ist der ISO-Wert? Bei meinem ersten Projekt haben fast alle noch Digitalkameras benutzt. Mittlerweile sind die Smartphones der Kids so leistungsfähig, dass sie alle Bilder, die ich hier zeige, mit ihrem Handy geschossen haben. Das hat auch den Vorteil, dass sie sich mal mit dem Handbuch zu ihren kleinen Kommunikations-Alleskönnern beschäftigen müssen und erstaunt sind über die Möglichkeiten.


Morgens, halb 8 in N.
Ausgestattet mit diesem Wissen gebe ich das erste Mal die H0-Figuren heraus. Am ästhetisch ansprechendsten haben sich tatsächlich die von Preiser herausgestellt, weil sie einfach am sorgfältigsten gearbeitet und bemalt sind. Aber man kann auch mit anderen Firmenprodukten (z.B. Faller oder NOCH) durchaus gute Ergebnisse erzielen. Die Schüler fotografieren nun ihre ersten Motive. Vorgabe von mir: Entsprechend dem Thema "Sie sind unter uns. Das geheime Leben am Gymnasium N." muss die Schule im Bild sichtbar werden oder eine schulische Situation Bildthema sein.

Ackern für die Schule
Diese ersten Bilder bespreche ich am Smartboard und stelle bei jedem die Fragen: Was ist gut gelungen, was ist noch nicht perfekt? Am Ende formulieren wir die Kriterien: Gerader Horizont, der Fokus und die Detailschärfe muss auf den Figuren liegen, die Kamera muss auf Augenhöhe der Männchen platziert werden, die Bildidee muss sich logisch erschließen oder eine kleine Geschichte erzählen. Außerdem mache ich die Schüler mit Kompositionsstrategien wie dem Goldenen Schnitt vertraut. Nun verbringen wir wieder zwei Doppelstunden damit, neue Fotos zu machen und diese wieder zu besprechen. Die Schüler arbeiten dabei in Arbeitsgruppen, die jeweils mit einem Kästchen H0-Eisenbahnfiguren über das Schulgelände ziehen. Jeder macht aber sein eigenes Foto mit einer ganz eigenen Szenerie. Nach 20 Minuten werden die Figuren zwischen den Gruppen ausgetauscht. 

Nun kristallisieren sich langsam Lieblingsmotive heraus, gute Themen werden noch besser nachfotografiert oder neu arrangiert. In der darauffolgenden Stunde muss jeder sein Abgabe-Foto mit seinem Lieblingsmännchen machen - es sei denn, er hat vorher schon ein Bild geschossen, mit dem er zufrieden ist. Bewertet wird nach den oben genannten Kriterien.

Die gezeigten Fotos sind, bis auf das Titelbild, alle Schülerfotos und mit dem Smartphone geschossen.

Sonntag, 29. Mai 2016

Meine Siebtklässler malen das Schloss Nidda



 

Komposition, Aquarell und Tuschezeichnung waren die Hürden, die alle meistern mussten, als ich mit meinen Schülerinnen und Schülern (7. Klasse, Gymnasium, 12-13 Jahre) das hiesige kleine Schloss gemalt habe.
 

In der ersten Phase haben wir vor Ort skizziert und die Ergebnisse besprochen, um mit dem Gebäude vertraut zu werden. Mögliche Bildkompositionen wurden per Handy-Fotos untersucht, gute und nicht so glückliche Lösungen im Kunstraum (Beamer/Smartboard) besprochen. Mit diesen Erfahrungen sind wir wieder zum Schloss und nun hat jeder seinen persönlichen Blickwinkel abgelichtet, den er später malen wollte. Über ein Raster oder wahlweise mit Grafitpapier wurde das Motiv auf Aquarellpapier (A3) übertragen und dann mit Aquarellfarbe koloriert, anschließend die Konturen mit Tusche nachgezogen. 


Mit den Ergebnissen bin ich mehr als zufrieden. Das Erstaunlichste für mich war, dass besonders die Jungs Spaß an der Arbeit hatten und mit die besten Ergebnisse erzielten. Man kann natürlich auch das Schulgebäude malen, wenn nicht gerade ein Schloss um die Ecke zur Verfügung steht. Ein ausführliches PDF mit der gesamten Unterrichtseinheit stelle ich demnächst zum Download online.