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Freitag, 25. Mai 2018

Schüler malen die Nacht (Klasse 8)



Wie sehen Farben bei Nacht aus? Wie verändern sie sich, wenn sie von einem Lichtschein getroffen werden? All das haben wir anhand von Bildern der Kunstgeschichte (z.B van Gogh "Nachtcafé") und in kleinen Taschenlampen-Experimenten im abgedunkelten Kunstraum untersucht. Farbübergänge und Maltechniken haben wir an malbuchähnlichen Umrisszeichnungen erprobt, die ich vorbereitet hatte.



Es ist nämlich gar nicht so einfach, mit dem Rundpinsel und Wasserfarbe (Gouache) durch vorsichtiges Tupfen oder Verstreichen auf Aquarellpapier sanfte Farbnuancen und -verläufe innerhalb der Lichtzonen zu erzeugen und dann in den Schattenbereichen sauber in den abgetönten Farbton zu wechseln. Auch das Anmischen sehr dunkler, fast schwarzer Blautöne will gelernt sein, denn ein reinschwarzer Himmel würde die gesamte Farbkomposition "tot" erscheinen lassen.



Ihre Motive fanden die Schülerinnen und Schüler dann direkt vor der Haustür, denn unsere Schule steht in einem wunderschönen mittelalterlichen Städtchen. Anhand von Fotografien von Sehenswürdigkeiten bei Tag mussten sie auf eine Nachtszenerie schließen, was ganz schön kniffelig war. Aber ich finde, sie haben das ganz toll umgesetzt.








Sonntag, 5. Juni 2016

Bin heute über ein Zitat von Adolph Menzel gestolpert



"Alles Zeichnen ist nützlich und alles zeichnen auch."

Adolph Menzel 1897 in der Zeitschrift Gegenwart (S. 200)

Ich glaube, Adolph Menzel war das beste Beispiel für sein eigenes Zitat. Sein unerschöpfliches Interesse an allem zeigt, dass Zeichnen vor allem bedeutet, die Welt zu verstehen, die Dinge genau zu betrachten und sie für sich beim Zeichnen zu klären und in Liniensprache auf Papier dem Betrachter zu erklären. 

Wie oft kommt man beim Zeichnen selbst an einen Punkt, an dem das Bild nicht gelingen will, man nicht weiterkommt und feststellt, dass man das Motiv einfach noch nicht verstanden, Details noch nicht genau studiert hat. Man geht näher ran, wechselt die Perspektive, wartet eine andere Uhrzeit, andere Lichtverhältnisse ab, schaut bei anderen Zeichnern, wie sie ähnliche Motive gelöst haben oder skizziert es wieder und wieder, bis man es dann hinbekommt, ohne zu wissen, weshalb es plötzlich so mühelos gelingt. Das ist, glaube ich, ein Verstehensprozess. Irgendetwas in uns drin hat sich geklärt, ein Knoten ist geplatzt und gibt den Weg frei für den nächsten....Knoten :)

Abbildung: Adolph Menzel: Studie nach einem Hochrad. 1890. Bleistift auf Papier, 11,5x18,5 cm, Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin

Sonntag, 29. Mai 2016

Meine Siebtklässler malen das Schloss Nidda



 

Komposition, Aquarell und Tuschezeichnung waren die Hürden, die alle meistern mussten, als ich mit meinen Schülerinnen und Schülern (7. Klasse, Gymnasium, 12-13 Jahre) das hiesige kleine Schloss gemalt habe.
 

In der ersten Phase haben wir vor Ort skizziert und die Ergebnisse besprochen, um mit dem Gebäude vertraut zu werden. Mögliche Bildkompositionen wurden per Handy-Fotos untersucht, gute und nicht so glückliche Lösungen im Kunstraum (Beamer/Smartboard) besprochen. Mit diesen Erfahrungen sind wir wieder zum Schloss und nun hat jeder seinen persönlichen Blickwinkel abgelichtet, den er später malen wollte. Über ein Raster oder wahlweise mit Grafitpapier wurde das Motiv auf Aquarellpapier (A3) übertragen und dann mit Aquarellfarbe koloriert, anschließend die Konturen mit Tusche nachgezogen. 


Mit den Ergebnissen bin ich mehr als zufrieden. Das Erstaunlichste für mich war, dass besonders die Jungs Spaß an der Arbeit hatten und mit die besten Ergebnisse erzielten. Man kann natürlich auch das Schulgebäude malen, wenn nicht gerade ein Schloss um die Ecke zur Verfügung steht. Ein ausführliches PDF mit der gesamten Unterrichtseinheit stelle ich demnächst zum Download online.