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Samstag, 11. Juni 2016
Kleine Kompositionsskizze am Morgen
Das Wetter war heute Morgen schön genug, um draußen zu zeichnen. Dieses Motiv schwebt mir die ganze Zeit schon vor. Habe kleine Eingriffe ins Erscheinungsbild vorgenommen, vor allem eine Mansarde, die meine Komposition stört, weggelassen. Mal sehen. Könnte meine nächste umfangreichere Zeichnung werden.
Freitag, 3. Juni 2016
Urban sketching ländlich: Fachwerk zeichnen
Ich habe eines meiner Lieblingshäuser in Büdingen fertig gestellt. Ich habe es im Format A3 mit Bleistift auf Zeichenkarton gezeichnet. Die Vorzeichnung erstelle ich mesit mit einem Fallminenstift in HB und lege dann Schicht für Schicht dunklere Grafitlagen darüber. Die weichste Mine, die hier Verwendung gefunden hat, ist B6. Den Schatten an der rechten Hauswand habe ich als Grafitstaub mit Pinsel aufgetragen, ebenso die Schatten auf dem Pflaster.
Am 28. Mai hatte ich die Fotovorlage gepostet, um auf die unterschiedlichen Tonwerte aufmerksam zu machen. Hier also zum Vergleich die Zeichung in HB ohne Schatten. Wenn einem die eigenen Zeichnungen langweilig vorkommen, dann liegt es oft daran, dass man die Tonwerte nicht korrekt gesetzt hat. Mehr dazu in besagtem Post. Samstag, 28. Mai 2016
Beim Zeichnen auf die Tonwerte achten
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| Fachwerkhaus in Büdingen (Oberhessen) |
Wenn man draußen zeichnet, ist es oft nicht so einfach, den richtigen Tonwert zu erkennen. Im Atelier ist es etwas einfacher, wenn man eine Fotovorlage wählt und diese in Schwarz-Weiß ausdruckt. Das Beispiel zeigt ein Fachwerkhaus. Die beiden roten Kreise markieren Stellen mit exakt demselben Tonwert (80%-Graustufe). Gerade, wenn man vor Ort zeichnet, sollte man sich also immer fragen: Habe ich die Schattenzonen auch dunkel genug angelegt? Meist ist der hellste Ton im Schattenbereich derselbe wie der dunkelste Ton in der Lichtzone.
In diesem Zusammenhang habe ich bei Caspar David Friedrich zwei Zeichnungen gefunden: die eine sehr hell mit Aquarell koloriert, die andere dunkler in Sepia. Leider besitze ich sie nur in Schwarz-Weiß, was in diesem Fall aber sehr gut unterstreicht, was ich meine: Die rechte Zeichnung umfasst viel mehr Graustufen und damit Kontraste und wird dadurch ausdrucksstärker.
Quelle der beiden Zeichnungen: Caspar David Friedrich: Das gesamte graphische Werk. Nachwort von Hans H. Hofstätter. München: 1974. S. 722-723.
Donnerstag, 26. Mai 2016
Architektur zeichnen
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| Vanessa Dippel: Marienkirche in Büdingen, Bleistift auf Zeichenkarton, 2016 |
Nachdem ich in der letzten Zeit vor allem draußen gezeichnet
habe, entdecke ich gerade die Atelierarbeit wieder für mich. Es hat fast etwas
Meditatives, sich Stück für Stück ein Motiv zu erarbeiten. Sorgfältige
Schraffuren lösen den freien Strich der schnellen Skizze ab, Graustufen und
kleinste Details werden penibel herausgearbeitet.
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| Im Atelier: Tonwertskala und Schraffurmuster mit unterschiedlichen Härtegraden |
Vor einigen Wochen habe ich
mich mit einem befreundeten Künstler darüber unterhalten, dass langsam die
Sehkraft etwas nachlässt (wir sind beide in den 40ern) und man in jüngeren
Jahren detaillierter arbeiten konnte.
Beim Zeichnen hege ich jetzt ständig den Verdacht, dass ich es mir noch einmal
beweisen will und deshalb plötzlich so detailversessen bin. Hier und da musste
ich bei der Marienkirche von Büdingen sogar eine Lupe zu Hilfe nehmen, damit
die Striche korrekt sitzen.
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