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Montag, 20. Juni 2016

Ein Film-Porträt über den genialen Zeichner und Maler Adolph Menzel


Ich habe im Netz eine ganz wunderbare Dokumentation über den Zeichner und Maler Adolph Menzel (1815-1905) gefunden. Er zeichnete überall: Im Sitzen, im Gehen, im Stehen, reitend oder in der Kutsche. Stets trug er acht Skizzenbücher mit sich, die er in acht Taschen seines Mantels verstaute. 
Spannend ist auch, dass er nur 1,40 m  groß war. Das erklärt vielleicht, weshalb seine Bilder oft aus der Perspektive und mit der Augenhöhe eines Kindes gezeichnet und gemalt sind. Gelegentlich hat man sogar eine leichte Untersicht. Dadurch bekommen sie eine merkwürdige Intimität und Nähe. Es ist der Blick eines Mannes aus der Perspektive eines Kindes. Andere Szenen scheinen mit dem Blick aus einem Fenster oder von einem erhöhten Podest aus gestaltet zu sein.
Man erfährt viele weitere spannende Details aus seinem Leben. Beispielsweise zeichnete er mit links und malte mit der rechten Hand. In jedem Sommer ging er auf Zeichenreise, oft begleitet von seiner Schwester. Auch seine Ölgemälde und die lebendigen Ölskizzen werden ausführlich besprochen.

Dienstag, 14. Juni 2016

Zitat: Selbstgewählte Einsamkeit des Künstlers



"Ich baue um mich herum eine Mauer auf, damit ich ungestört malen kann."

Edvard Munch


Ich denke, das ist eine Erfahrung, die viele Künstler teilen. Der Maler Daniel Richter hat mal in einem Arte-Interview (Sendung Metropolis) gesagt, dass sein Arbeitsbereich kein sozialer Raum sei und er deshalb dort überhaupt keinen Besuch dulde. 
Außenstehende können das oft nicht nachvollziehen, aber schöpferische Arbeit erfordert für viele einen mentalen Zustand, der von Ruhe und Konzentration geprägt ist und in der Sicherheit entsteht, dass in den nächsten Stunden nichts und niemand stören wird; kein Besuch, kein Telefonat oder sonst etwas. 

Sonntag, 5. Juni 2016

Bin heute über ein Zitat von Adolph Menzel gestolpert



"Alles Zeichnen ist nützlich und alles zeichnen auch."

Adolph Menzel 1897 in der Zeitschrift Gegenwart (S. 200)

Ich glaube, Adolph Menzel war das beste Beispiel für sein eigenes Zitat. Sein unerschöpfliches Interesse an allem zeigt, dass Zeichnen vor allem bedeutet, die Welt zu verstehen, die Dinge genau zu betrachten und sie für sich beim Zeichnen zu klären und in Liniensprache auf Papier dem Betrachter zu erklären. 

Wie oft kommt man beim Zeichnen selbst an einen Punkt, an dem das Bild nicht gelingen will, man nicht weiterkommt und feststellt, dass man das Motiv einfach noch nicht verstanden, Details noch nicht genau studiert hat. Man geht näher ran, wechselt die Perspektive, wartet eine andere Uhrzeit, andere Lichtverhältnisse ab, schaut bei anderen Zeichnern, wie sie ähnliche Motive gelöst haben oder skizziert es wieder und wieder, bis man es dann hinbekommt, ohne zu wissen, weshalb es plötzlich so mühelos gelingt. Das ist, glaube ich, ein Verstehensprozess. Irgendetwas in uns drin hat sich geklärt, ein Knoten ist geplatzt und gibt den Weg frei für den nächsten....Knoten :)

Abbildung: Adolph Menzel: Studie nach einem Hochrad. 1890. Bleistift auf Papier, 11,5x18,5 cm, Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin